ADAC Racing Weekend // Meisterschaftsentscheidungen auf dem Hockenheimring
- Rasmus Vendelbo gewinnt Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4
- Thomas Westarp Meister der GT Summer Series
- Thomas Ardelt heißt der neue Champion der Tourenwagen Legenden
Hockenheim. Das siebte ADAC Racing Weekend des Jahres 2026 fand bei sonnigem Herbstwetter auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg statt. In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 teilten sich Levin Gelf und Joel Hohmann (beide Porsche 911 GT3 Cup (992)) die Siege, in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 triumphierten Rasmus Vendelbo und Nikodem Sobczyk (beide Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)). Die größten Pokale in den drei Läufen der GT Summer Series gingen an Antoine Berberich Martini (Ford Mustang GT3), der im Endurance-Rennen von David Schumacher (Ford Mustang GT3) unterstützt wurde. Oliver Menzel (Porsche 997 GT3 R) freute sich über zwei Erfolge bei den Tourenwagen Legenden und Marc Seesing (BMW E30 M3) war bei den Tourenwagen Legenden „pure Group A“ in beiden Durchgängen nicht zu stoppen.
Hohmann und Gelf in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 ganz vorne
Die Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 sah im ersten Heat einen Zweikampf zwischen Gelf und Hohmann. Gelf hatte die Spitze inne und behielt ihn auch nach einer Safety-Car-Phase. Doch entspannt konnte er sich vorne nicht einrichten, denn Hohmann blieb an ihm dran. In der letzten Runde setzte Hohmann seinen finalen Angriff, doch der war nicht von Erfolg gekrönt; Gelf durfte sich somit über seinen ersten Saisontriumph in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 freuen. Hohmann wurden als Zweiter abgewinkt, Michal Perel (Porsche 911 GT3 Cup (992)) als Dritter. Im zweiten Lauf war Gelf auf dem Weg zu einem weiteren ersten Platz, doch dieses Mal gelang Hohmann in der letzten Runde, direkt nach Beendigung einer Safety-Car-Phase, die für ihn siegbringende Attacke. Krzysztof Gorny (Porsche 911 GT3 Cup (992)) holte sich hinter Gelf Rang drei.
Sobczyk beendet Saison mit Sieg in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4
Vendelbo ging als Top-Favorit ins Finale der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 und durfte sich schon während des ersten Laufs als Meister feiern lassen. Sein Titelrivale Sobczyk schied nämlich bereits in der Anfangsphase nach einem Unfall aus; damit war Vendelbo der Titel bereits vor dem Zielstrich nicht mehr zu nehmen. Zudem gewann er das Rennen vor Daniel Reiter und Jova Zec (beide Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)). Im zweiten Durchgang schied Vendelbo aus und beendete damit seine Serie von zehn ersten Plätzen in Folge. Die sich bietende Chance nutzte Sobczyk, der seinen zweiten Saisontriumph bejubelte. Bruno Görtz und Ragnar Simuland (beide Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) komplettierten das GT4-Podium.
Berberich Martini in der GT Summer Series unschlagbar
Lauf eins der GT Summer Series sah einen guten Start von Stefan Wieninger (Porsche 911 GT3 R Evo), der sich zunächst die Führung schnappte. Doch er stand früh unter Druck von Berberich Martini, der in Umlauf zwei an Wieninger vorbeizog und sich schnell einen Vorsprung erarbeitete. Hinter ihm machte sich Seweryn Mazur (Lamborghini Huracán GT3 Evo2) vom letzten Startplatz auf den Weg nach vorne und wurde nach wenigen Runden bereits als Zweiter hinter Berberich Martini notiert. Er konnte seinen Rückstand zwar verkürzen, den Leader aber bis zur Ziellinie nicht mehr in Gefahr bringen. Rang drei ging an Thomas Westarp (Audi R8 LMS GT3 Evo2). Im zweiten Heat über 30 Minuten setzte sich Berberich Martini abermals gegen Mazur durch und auch Westarp wiederholte seine Platzierung vom Vortag. Dabei pflügte Mazur wie in Lauf eins aus der letzten Startreihe durch das Feld.
Im 50-minütigen Rennen am Sonntagnachmittag fuhr Berberich Martini mit Schumacher und feierte mit dem ehemaligen DTM-Piloten seinen dritten Erfolg an diesem Wochenende. Berberich Martini arbeitete sich in seinem Stint an die Spitze, die Schumacher sicher ins Ziel brachte. Mazur erreichte seinen dritten Platz zwei auf dem Hockenheimring, Hermann Speck (Porsche 911 GT3 R Evo) eroberte Position drei vor dem neuen Meister Westarp.
Tourenwagen Legenden mit Doppelerfolg von Menzel
Im ersten Lauf lieferten sich Wolfgang Destre (Porsche 997 Cup R) und Menzel zu Beginn ein Duell um den ersten Platz, in dem sich Menzel bald absetzen konnte. Selbst eine Full-Course-Yellow-Phase wegen eines Ausrutschers von Marcus Weege (BMW E46 M3) konnte Menzel nicht von seinem Weg abbringen – auch wenn sein erster Verfolger Destre kurz nach der Freigabe des Rennens gerade einmal 0,075 Sekunden hinter ihm lauerte. Horst Kespohl (Ferrari 458 GT3) sicherte sich ungefährdet die dritte Position vor Thomas Ardelt (Porsche 997 GT3 Cup), dem der vierte Rang zum vorzeitigen Titelgewinn reichte. In Heat zwei wiederholte das Top-Trio den Rennausgang Menzel vor Destre und Kespohl.
Von der Suche nach einem passenden Getriebe
Auch Silke Paul (BMW E90 325i) startete bei den Tourenwagen Legenden, doch beinahe hätte sie ihre Teilnahme absagen müssen. „Beim Test am Freitag hatte mein BMW nach sieben Runden einen Getriebeschaden“, erzählte sie. „Wie haben dann mit sechs Personen im Internet nach einem passenden Getriebe gesucht und eins in Mannheim gefunden. Nachdem wir es geholt hatten, haben wir feststellen müssen, dass es für einen 4-Zylinder, aber nicht für meinen 6-Zylinder-Motor passte…“ Also suchten sie weiter und haben tatsächlich ein weiteres entdeckt – in einem kompletten BMW E90 325 i aus dem Jahr 2004. „Um kurz vor acht Uhr am Abend sind Teammitglieder dann die 180 Kilometer gefahren und gegen Mitternacht waren sie mit dem 280.000 Kilometer alten Gebrauchtwagen zurück. Zwei Mechaniker bauten das Getriebe von gerade erstandenen BMW in den Rennwagen von Paul; um 4:20 Uhr ging der letzte Mechaniker ins Hotel. Ich muss mich wirklich bei meinem Team bedanken, denn ohne sie wäre dies überhaupt nicht möglich gewesen“, strahlte Paul, der für ihr drittes Rennwochenende in diesem Jahr dann nichts mehr im Weg stand.
Debüt der Tourenwagen Legenden “pure Group A“ gelungen
Seesing erwischte den besten Beginn bei der Premiere der Tourenwagen Legenden „pure Group A“ und hatte sich nach einer Runde bereits einen Vorteil von über zwei Sekunden auf Christer Simonsen (Ford Sierra Cosworth RS 500 Gr. A) herausgefahren. Als Dritter kam Harald Grohs (BMW M3 E30) aus dem ersten Umlauf zurück. In der Folge untermauerte Seesing seine Favoritenstellung, indem er seine Führung immer weiter ausbaute. Grohs hingegen musste seinen dritten Rang an Josef Krings (Mercedes 190 E 2.5-16 Evo I) abgeben, der wenige Minuten vor Ende auch Simonsen überholte. In der Reihenfolge Seesing vor Krings und Simonsen sahen sie die Zielflagge. Auch im zweiten Durchgang siegte Seesing ungefährdet vor Krings und Simonsen.