ADAC Hockenheim Historic 2026 // Große Kulisse für historische Rennsport-Legenden
- Die 21. ADAC Hockenheim Historic 2026 war ein voller Erfolg
- Rund 46.000 Besucher an drei Tagen, großartige Stimmung auf den Tribünen
- Mehr als 500 Teilnehmer boten Classic-Rennsport der Extraklasse
Der Duft von Reifengummi und Benzin, eine betörende Soundkulisse über alle Frequenzen, wunderschöne Rennwagen aus verschiedensten Kategorien und Epochen, eine imposante Zuschauerkulisse und beste Stimmung im Fahrerlager und auf den Rängen – die „ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ hielt auch bei ihrer 21. Auflage alles, was sich Rennsportfans von einer der bedeutendsten Classic-Veranstaltungen Europas versprochen haben. Bei bestem Frühlingswetter strömten rund 46.000 Besucher an den drei Veranstaltungstagen zum Hockenheimring Baden-Württemberg, um sich dem Zauber vergangener Rennsporttage hinzugeben.
Die goldene Ära des Tourenwagensports
Das Programm ließ wie gewohnt keine Wünsche offen, wobei ein Schwerpunkt in diesem Jahr auf den verschiedenen Spielarten des Tourenwagensports lag. Allein die Serie Tourenwagen Golden Ära begeisterte die Fans mit einem imposanten Teilnehmerfeld von mehr als 50 Fahrzeugen aus der früheren DTM, STW und DTC. Zwar sind die Ergebnisse bei der ADAC Hockenheim Historic traditionell von untergeordneter Bedeutung. Doch Altfrid Heger, der im Audi 200 die beiden Tagessiege feierte, der zweimalige Klassensieger Kris Nissen (BMW M3 E30) oder DTM-Haudegen Roland Asch, der seinen Ford Sierra Cosworth am Sonntag auf Platz 5 steuerte, würden dies freilich eher differenziert betrachten.
Wobei Asch, sechsmaliger Gewinner eines DTM-Laufs und mittlerweile zarte 75 Jahre alt, den familiären Charakter des Jim Clark Revival betonte: „Das ist so schön hier! Unglaublich, wie viele Zuschauer wieder gekommen sind. Alles ist offen, die Fans kommen so nah ans Geschehen ran wie bei kaum einer anderen Veranstaltung. Die Stimmung ist toll. Gestern Abend haben wir gemeinsam im Fahrerlager gegrillt – so wie früher. Auch die Rennen haben riesig Spaß gemacht. Leider konnte ich Altfrid und Kris nicht halten. Ich habe mich mit den Reifen vergriffen, die waren zu weich. Das hätte ich mit meiner Erfahrung besser wissen müssen.“
Großartige Stimmung auf den Tribünen
Überhaupt die Stimmung: Die Fans genossen die besondere Atmosphäre sichtlich. Ausnahmslos jedes Rennfahrzeug wurde in der Auslaufrunde mit Applaus verabschiedet. Die Verkaufsstände waren ebenso stark frequentiert wie die vielfältigen Attraktionen der ADAC Erlebniswelt, das große Markenclub-Treffen, die Jim Clark-Sonderausstellung sowie die attraktiven Ausstellungsflächen auf dem Boxendach, auf denen unter anderem 17 legendäre Opel Renn- und Rallyefahrzeuge der Baujahre 1903 bis 2025 zu sehen waren. Der Start-Ziel-Bereich beim öffentlichen Grid Walk im Vorfeld des BOSS-GP-Rennens am Samstag platzte aus allen Nähten.
Doch natürlich waren es die Akteure auf dem 4,5 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs, die am meisten Aufmerksamkeit auf sich zogen. Etwa die Protagonisten des DRM-Revival rund um Peter Mücke, der im Ford Capri Turbo den ersten Lauf am Samstag gewann und im zweiten Durchgang in Führung lag, als sein 700-PS-Ungetüm den Dienst quittierte. Was den Weg frei machte für Nico Send, der im infernalischen orangenen Kadett C Boliden vom Schlage eines BMW M1 oder Porsche 911 Turbo stehen ließ und gemeinsam mit Michael Sadurski im Ascona 400 einen Opel-Doppelsieg klarmachte. Oder das CLASS ONE Revival powered by Carbon, in dem die Motorsportfans in Erinnerungen an die große Zeit der Klasse-1-Tourenwagen in der DTM schwelgen konnten.
Formel 1 hautnah auf dem Hockenheimring
Wer einmal einen echten Formel 1 in den Boxen oder auf der Rennstrecke erleben wollte, kam bei der BOSS GP und dem Raceclub Germany, der allein drei Toyota-GP-Renner der Jahre 2006, 2008 und 2009 auf die Strecke brachte, voll auf seine Kosten. Die Historic Racecar Association gedachte mit ihren verschiedenen Monoposti wiederum des 1961 beim Großen Preis von Italien in Monza tödlich verunglückten Wolfgang Graf Berghe von Trips. Und die Lurani Trophy sowie die mit 52 Fahrzeugen exzellent besetzte DMV Formel Vau bewiesen, warum Formel Junior und Formel Vau über Jahrzehnte große Namen des internationalen Formelsports hervorgebracht haben.
Traditionell eine wichtige Rolle spielen bei der ADAC Hockenheim Historic die Sport- und GT-Wagen. Widmete sich der Golden Ära Classic Cup ausschließlich Boliden aus dem Hause Porsche, wartete der Raceclub Germany mit verschiedenen Prototypen und GT auf. Die Brücke in die Moderne schlugen Gebhardt Ginetta Nordic Championship und Velom Sportscar Supercup by Interwetten SCC, wobei Letzterer mit Christian Klien einen Ex-Formel-1-Piloten in ihren Reihen wusste. „Die Vielzahl der Fahrzeuge hier ist genial“, begeisterte sich der 43-jährige Österreicher. „Das erinnert mich an meine ersten Rennbesuche als Kind. Hier fährt alles, was schön aussieht und Lärm macht. Man sieht an den vielen Zuschauern, wie gut diese Mischung ankommt – einfach super!“ Kliens Begeisterung wurde nicht einmal durch den Umstand getrübt, dass sein PRC-WPR am Samstag mit Getriebeproblemen strandete und tags darauf der Cosworth-V8-Motor nicht mitspielen wollte.
Termin für die 22. Ausgabe steht
Am Ende dreier spannender Classic-Renntage zog auch die Geschäftsleitung des Hockenheimrings ein positives Fazit. „Die ADAC Hockenheim Historic zählt längst zu einer der publikumsstärksten und erfolgreichsten Veranstaltungen im Terminkalender des Hockenheimrings“, freute sich Jorn Teske, neben Jochen Nerpel und Tim Brauer einer der Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH. „Was die Veranstaltung so besonders macht, ist der hohe Grad an Emotionalität als elementarer Bestandteil. Das Konzept des offenen Fahrerlagers kommt beim Publikum hervorragend an, ermöglicht es doch spannende Einblicke hinter die Kulissen des historischen Motorsports. Ebenso sorgt das abwechslungsreiche Rahmenprogramm dafür, dass die Veranstaltung weit über die Rennen hinaus beste Unterhaltung für Besucher aller Generationen bietet.“ Und Jochen Nerpel betonte „die starke Partnerschaft mit dem ADAC, die nun schon im dritten Jahr dafür sorgt, dass das Event stetig wächst und sich weiterentwickelt. Der große Besucherandrang beweist die Stimmigkeit des Veranstaltungskonzepts. Unser Dank gilt den Teams und Teilnehmern, unseren Partnern und den unzähligen Helfern auf und abseits der Strecke, ohne die die Durchführung eines solchen Events nicht möglich wäre.“
Der nächste Termin steht bereits fest: Die 22. Auflage des dreitägigen Motorsport-Festivals findet vom 7. bis 9. Mai 2027 statt.
Alle Infos und Rennergebnisse unter: www.hockenheim-historic.de