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Tage der Entscheidungen beim DTM-Finale in Hockenheim

16.10.2013 Kategorie: DTM
Tage der Entscheidungen beim DTM-Finale
Tage der Entscheidungen beim DTM-Finale

Tage der Entscheidungen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg: Beim Saisonfinale der DTM und ihrer Partnerserien werden am kommenden Wochenende noch zahlreiche Titel vergeben. In der populärsten internationalen Tourenwagenserie sind die Rennen um die Krone des besten Teams sowie des besten Herstellers noch offen. Ein klassisches Titelduell wird in der FIA Formel-3-Europameisterschaft ausgetragen, während beim Porsche Carrera Cup Deutschland und beim VW Scirocco R-Cup jeweils noch ein Fahrer-Trio Chancen auf den Gesamtsieg hat.

Überschattet wird das Finalwochenende der DTM und ihrer Partnerserien von einem tragischen Unfall, bei dem der Rennfahrer Sean Edwards gestern in Australien zu Tode kam. Im Rahmen eines privaten Fahrertrainings auf dem Queensland Raceway saß der 26-jährige Brite, der in dieser Saison im Porsche Carrera Cup Deutschland und im Porsche Supercup an den Start ging, als Instruktor auf dem Beifahrersitz, als der Unfall passierte.

FIA Formel-3-Europameisterschaft: Marciello oder Rosenqvist
Zwei junge Rennfahrer drückten der FIA Formel-3-Europameisterschaft in dieser Saison ihren Stempel auf – Raffaele Marciello und Felix Rosenqvist. Schon zum DTM-Auftakt-wochenende im Mai waren der Italiener und der Schwede als Führender und Zweiter der Gesamtwertung nach zwei Rennwochenenden an den Hockenheimring Baden-Württemberg gekommen. Bis zum Saisonfinale hat sich an dieser Konstellation nichts geändert. Marciello und Rosenqvist machen den prestigeträchtigen Titel FIA Formel-3-Europameister unter sich aus. Die Formel 3 gilt als Karriere-Sprungbrett: Aus ihr gingen unter anderem spätere Formel-1-Weltmeister wie Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton hervor, aber auch viele DTM-Piloten.

Raffaele Marciello und Felix Rosenqvist haben die Saison 2013 dominiert. Von 27 Siegen an neun Wochenenden gingen allein 21 auf das Konto der beiden Top-Piloten. Zwölf Mal wurde Marciello, der von der Ferrari Driver Academy gefördert wird, als Erster abgewinkt, dazu kamen sieben weitere Podiumsplätze des Italieners. Neun Mal war Rosenqvist, der für das Berliner Mücke-Team fährt, der Sieger, sechs weitere Male stand der Schwede auf dem Podest. Mit 434,5 Zählern hat der 18 Jahre alte Marciello 45,5 Punkte Vorsprung auf seinen drei Jahre älteren Konkurrenten (389 Punkte) – und ist damit bei 75 noch zu vergebenden Zählern deutlich im Vorteil. Drei Läufe à 35 Minuten tragen die Youngster auf der beliebten Grand-Prix-Strecke in Hockenheim noch aus.

Marciello gibt sich zurückhaltend. „Ich habe bei den Rennen in Zandvoort gelernt, dass auch ein großer Vorsprung keine Sicherheit bedeutet. Die Meisterschaft ist noch lang“, sagte er. Rosenqvists Teamchef Peter Mücke meinte: „Für Felix ist die Meisterschaft noch möglich, auch wenn es schwer wird. Doch dass vieles gehen kann, haben schon so einige Rennwochenenden gezeigt. Zuletzt in Vallelunga haben wir trotz der schlechten Ausgangssituation noch das Maximale herausgeholt.“ Und egal, was passiert: Der Mücke-Pilot kann vom zweiten Gesamtplatz nicht mehr verdrängt werden.

Um Platz drei kämpfen Alex Lynn und Lucas Auer. Der Brite Lynn entschied drei Saisonläufe für sich und hat vor dem Finale 305,5 Punkte auf dem Konto. Der Österreicher Auer, Neffe des ehemaligen Formel-1-Piloten Gerhard Berger, feierte einen Sieg und kommt mit 247 Zählern nach Hockenheim.

Porsche Carrera Cup Deutschland: ein Trio im Titelkampf
Seit mehr als zwei Jahrzehnten trägt der Porsche Carrera Cup Deutschland seine Rennen im Rahmenprogramm der DTM aus – und ist damit der Traditionspartner schlechthin. Das Finalwochenende in Hockenheim würzt der Markenpokal nicht nur mit einem Rekordstarterfeld von 41 Porsche 911-GT3-Cup-Fahrzeugen, die jeweils 450 PS unter der Haube haben. Auch die Entscheidungen in der Gesamtwertung sowie in der Amateurklasse und bei den Rookies fallen erst bei den beiden 60 und 80 Kilometer langen Sprintrennen am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag.

Nach acht Veranstaltungen mit je zwei Rennläufen (nur auf der Nürburgring-Nordschleife gab es nur ein Rennen) hat Kévin Estre mit 211 Punkten die Nase vorn. Acht Saisonsiege und ein weiterer Podiumsplatz sind die stolze Bilanz des Franzosen, der in Langenfeld im Rheinland lebt. Zwei Siege gelangen dem ehrgeizigen Estre gleich beim Saisonauftakt in Hockenheim. Der zweitplatzierte Christian Engelhart liegt aber lediglich zehn Zähler zurück. Bei 40 noch zu vergebenden Punkten hat der Köschinger damit reelle Chancen auf den Titel. Auch Engelhart kehrt nach zwei dritten Plätzen in den beiden Auftaktrennen gerne ins Motodrom zurück. Der Deutsche feierte zwar lediglich zwei Saisonsiege, stand aber insgesamt acht Mal auf dem Podest. Auch Nicki Thiim macht sich noch Hoffnungen. Dem Sohn des DTM-Meisters von 1986, Kurt Thiim, fehlen mit 187 Punkten 24 Zähler auf seinen Teamkollegen Estre. In der Saisonbilanz des jungen Dänen stehen ein Sieg, fünf zweite und zwei dritte Plätze.

In der vor zwei Jahren eingeführten und beliebten Amateurwertung liegt der Schweizer Rolf Ineichen mit 244 Punkten an der Spitze. Diesen Platz kann ihm allerdings Dominic Jöst noch streitig machen, der vor dem Finale 19 Zähler Rückstand hat – und im Mai beim Saisonauftakt den Sonntagslauf für sich entschieden hatte. Nicht nur Jöst, der aus dem etwa 50 Kilometer entfernten Absteinbach stammt, empfindet Hockenheim als Heimrennen. Gaststarter Bertram Hornung kommt aus dem nahen Stutensee, und auch der Heilbronner Thomas Langer und der Kirchheimer Christof Langer haben es nicht weit ins badische Motodrom.

Ein weiteres prestigeträchtiges Duell wird beim Finale in der Rookie-Wertung ausgefochten. Porsche-Junior Connor de Philippi liegt bei den Neueinsteigern mit 110 Zählern vorne. Der US-Amerikaner hat in jedem der bislang 15 Rennen Punkte geholt. Zweiter der Rookie-Wertung ist der Schweizer Jeffrey Schmidt (88 Punkte) vor dem zweiten Porsche-Junior Alex Riberas aus Spanien. Mit 68 Punkten hat er zwar keine Chance mehr auf den Rookie-Titel, könnte aber noch Platz zwei erobern.

VW Scirocco R-Cup: vier Le-Mans-Sieger am Start
Volkswagen zündet zum Saisonfinale ebenfalls ein Feuerwerk. Im Jahr 2010 gegründet, begeistert der Markenpokal seitdem die Zuschauer mit einem Mix aus Rennsportlegenden, Junioren und prominenten Gaststartern. Unter den jungen Stammteilnehmern des Scirocco R-Cup kämpft wie bei Porsche noch ein Trio um den Titel. Tabellenführer Kelvin van der Linde aus Südafrika wird vom Dänen Kasper H. Jensen und seinem südafrikanischen Landsmann Jordan Lee Pepper gejagt. Der 17 Jahre alte van der Linde hat vier von acht Rennen gewonnen und führt mit 290 Zählern. Jansen fuhr einmal als Sieger über die Ziellinie und sammelte insgesamt 247 Punkte, Pepper folgt auf Rang drei mit 232 Zählern. Im VW-Markenpokal werden viele Punkte vergeben; allein 60 erhält der Sieger. Dank seines Vorsprungs würde Kelvin van der Linde allerdings bereits ein zwölfter Platz im Finalrennen zum Titelgewinn reichen.

Neben den Titelkandidaten werden wohl vor allem die Rennsportlegenden für Furore sorgen. Gleich vier ehemalige Le-Mans-Sieger treten im Erdgas-angetriebenen Cup-Scirocco an – und werden sicher ihren Spaß haben: Manuel Reuter, Frank Biela, Laurent Aiello und Éric Hélary. Alle Vier sind langjährigen DTM-Fans ohnehin ein Begriff. Reuter, der seit vielen Jahren als ARD-Experte der DTM-Live-Übertragungen aktiv ist, holte sich 1996 als Highlight seiner DTM-Karriere den ITC-Titel im Opel Calibra. Die erste Saison der neuen DTM schloss der Hesse im Jahr 2000 als Zweiter ab. Seine Gesamtsiege in Le Mans feierte er 1996 und 2003.

Auch Frank Bielas Vita schmückt ein DTM-Titel. Der Neusser sicherte sich die Krone 1991 mit dem Audi V8 Quattro. In Le Mans feierte der heute 59-Jährige zwischen 2000 und 2007 gleich fünf Siege mit Audi. Mit dem Erdgas-Scirocco hat Biela bereits Erfahrung gesammelt; er tritt bereits zum fünften Mal als Rennsportlegende an. Der Franzose Laurent Aiello war zehn Jahre nach Biela der Mann der Stunde in der DTM. Mit dem seinerzeit privat eingesetzten Abt-Audi TT-R eroberte Aiello im packenden Duell gegen Rekordchampion Bernd Schneider den Titel. In Le Mans zählte er 1998 zum Siegerteam von Porsche. Éric Hélary gewann den Langstreckenklassiker in seinem Heimatland im Jahr 1993 und startete von 2000 bis 2002 in der DTM für Opel.

Besonderen Spaß haben die Teilnehmer des Scirocco R-Cup an einem kleinen Knopf. Dank des „Push-to-Pass-Systems“ besteht die Möglichkeit, während des Rennens die Leistung ihres 235 PS starken Cup-Fahrzeugs kurzfristig um 50 PS zu erhöhen – Überholmanöver am laufenden Band sind die Folge.

Vorverkauf läuft noch bis Donnerstag, 17. Oktober
Noch bis einschließlich Donnerstag, 17. Oktober, läuft der Vorverkauf. Ab Freitag, 18. Oktober, sind dann die Tageskassen am Hockenheimring geöffnet. Im Vorverkauf sind die familienfreundlichen Ticketpreise günstiger. Das beliebte Family-Ticket gibt es exklusiv im Vorverkauf. Es kostet für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis einschließlich 14 Jahre in der Kategorie Bronze 105 Euro, inklusive des begehrten Fahrerlagerzugangs. Das günstigste Wochenendticket ist schon für 26 Euro (Tageskasse 30 Euro) zu haben. Fahrerlagertickets kosten für alle Ticketkategorien im Vorverkauf 25 Euro (Tageskasse 30 Euro).

Tickets sind erhältlich über die DTM-Ticket-Hotline unter 01806 456 456 (0,20 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Festnetz/max. 0,60 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Mobilfunknetz) oder die Ticket-Hotline des Hockenheimrings unter 06205 950 222, im Internet über die offiziellen Websites www.dtm.com und www.hockenheimring.de sowie über alle Vorverkaufsstellen von CTS Eventim. Mit dem Print@Home-Verfahren können die Tickets auch sicher und bequem von zu Hause aus über www.dtm.com gekauft und anschließend selbst ausgedruckt werden.