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Luigi Colani bei der Bosch Hockenheim Historic

11.04.2014 Kategorie: Bosch Hockenheim Historic

Dass Design und Motorsport durchaus zusammen gehören, zeigen die Veranstalter der Bosch Hockenheim Historic - Das Jim Clark Revival bereits seit sechs Jahren mit der Vergabe eines speziellen Designpreises für Rennwagen. Für ein Formel 1-Projekt wurde im Jahr 1972 sogar ein weltbekannter Designer beauftragt. Luigi Colani zeichnete den Eifelland Formel 1, mit dem Rolf Stommelen die Grand-Prix-Saison 1972 bestritt. Heute am 11. April 2014 um 19:00 Uhr kommt der extravagante Designer auf den Hockenheimring zu einer Zusammenkunft mit dem Eifelland-Einzelstück - nach 42 Jahren. Mit dabei ist auch der ehemalige Formel 1 Fahrer Jochen Mass, einer der Weggefährten von Rolf Stommelen. Auch der Hockenheimring gehört zu diesem authentischen Szenario. Die ersten Testfahrten mit dem Eifelland Formel 1 absolvierte Stommelen auf der badischen Rennstrecke.

Wohnwagen-Bauer Günther Hennerici gründete Ende der 1960er Jahre ein Motorsportteam, hauptsächlich um den motorsportlichen Ambitionen seiner späteren Ehefrau Hannelore Werner Rechnung tragen zu können. Im Jahr 1970 kaufte Hennerici einen Brabham BT30 und stieg mit Rolf Stommelen als Fahrer in die Formel-2-Europameisterschaft ein. Nach zwei wenig erfolgreichen Jahren wechselte das Team 1972 in die Formel 1-Weltmeisterschaft.

Günther Hennerici hatte dazu Mitte des Jahres 1971 einen kuriosen Plan. Er erwarb ein March 721-Monocoque und ließ von Stardesigner Luigi Colani eine neue futuristische Karosserie entwerfen. In der Motorsportabteilung des Wohnwagenherstellers wurde zwischen den Jahren auf Hochtouren gearbeitet. Die Karosserie bestand ausschließlich aus geschwungenen Linien und sollte die Formel 1-Welt revolutionieren.

Für das Debüt am 4. März 1972 beim Großen Preis von Südafrika mussten Heck- und Frontflügel von March montiert werden, damit der Wagen genügend Anpressdruck erhielt. Die geschwungene Cockpitumrandung blieb, musste aber bis zur Mitte der Saison mehrmals umgebaut werden, da der Motor zu wenig Kühlung bekam. Ein wichtiges Detail des Wagens, der offiziell als Eifelland Typ 21 an den Start ging, war der mächtige zentrale Rückspiegel, der knapp vor dem Lenkrand montiert war. Rolf Stommelen bezeichnete diesen Spiegel als "zumindest gewöhnungsbedürftig". Große Erfolge waren mit dem Fahrzeug nicht zu erzielen, aber Stommelen erreichte bei acht Starts immerhin sechsmal das Ziel. Einer der Achtungserfolge war am 14. Mai 1972 der zehnte Platz beim Großen Preis von Monaco. 25 Fahrzeuge waren im Fürstentum am Start. Als Hennerici im Sommer 1972 seine Caravanfirma verkaufte und auch die Lust am Motorsport verlor, war das Ende des Teams vorprogrammiert. Der Große Preis von Österreich am 13. August 1972 war das letzte Rennen des Eifelland-Teams in der Formel 1-Weltmeisterschaft.