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Lokalmatadore bei der Klassik Trophy im Rahmen der Superbike*IDM

23.09.2015 Kategorie: Superbike*IDM
Nicolai Kraft
Nicolai Kraft

Einige Piloten der Klassik Trophy freuen sich ganz besonders auf das große Finale der Superbike*IDM vom 25. - 27. September 2015 in Hockenheim. Stammen sie doch schließlich aus der direkten Umgebung der Rennstrecke und bringen gleich ihren Fanclub mit.

Wenn jemand schon in Hockenheim wohnt, dann ist der Weg zum Rennsport natürlich sehr kurz. Das gilt besonders für den in der Rennstadt wohnende Nicolai Kraft. Mit 17 Jahren gehört er bei den Klassikern zu den jüngsten Piloten auf der Rennstrecke ist aber dort schon lange zu Hause. Bereits 2006 begann er bei den Kids in der Supermotoklasse mit 8 Jahren. Dort stieg er im Laufe der Jahre in die nächsthöheren Klassen auf, die er 2011 als Meister der 85er Klasse beendete. Dann kam der Umstieg in den Straßenrennsport in den Junior-Cup. Auf der Zweitakt-Aprilia fuhr er mit wechselnden Erfolgen, unterbrochen durch eine längere Verletzungspause. Erst zur Mitte der diesjährigen Saison stieg der 1,77 m große Schüler wieder in den Sattel einer Rennmaschine. Gleich bei seinem Debüt im tschechischen Most im August belegte er in der Supersportklasse mit seiner 600er Suzuki in beiden Läufen den vierten Platz gegen die etablierte Konkurrenz. Er freut sich natürlich besonders auf seine Heimstrecke.

Nur wenige Kilometer von der Rennstrecke entfernt wohnt Frank Krieger in der Quadratestadt Mannheim. Der 1970 geborene Kurpfälzer hatte seinen Helm schon lange an den Nagel gehängt, doch der Rennbazillus war einfach stärker. Für diese Saison 2015 entstaubte der Landschaftsgärtner seine Kawasaki ZX 7 aus dem Jahr 1977, machte sie zusammen mit seinem Mechaniker wieder startklar und schwang sich zum Saisonauftakt wieder in den Sattel seiner Rennmaschine. Mit wachsender Begeisterung, ohne Druck startet er in der Superbikeklasse mit respektablen Erfolgen. Derzeit liegt der gelernte Schreiner auf Rang 3 der aktuellen Punktetabelle der Klassik Trophy, nur knapp hinter dem Zweitplatzierten. Noch ist also alles drin, das Heimspiel sollte ihm besonders entgegen kommen.

Wiedersehen
Alter schützt vor Vollgas nicht! Dieser Spruch zeigt die Begeisterung zum Motorradsport vieler Fahrer im fortgeschrittenen Alter, schließlich war das ein Lebensabschnitt, der geprägt hat. Viele ehemalige erfolgreiche Rennfahrer starten mittlerweile in den einzelnen Klassen der Klassik Trophy. Sie wollen in erster Linie noch einmal die einmalige Atmosphäre im Fahrerlager nacherleben.

Besonders gespannt sind die Fans beim Finale der Superbike*IDM auf dem Hockenheimring auf ein Wiedersehen mit dem Pro Superbike-Champion von 1995 Jochen Schmid. Der ehemalige Kawasaki-Pilot gehört während seiner aktiven Laufbahn zu den besten Fahrern der Superbikeklasse. Jochen SchmidIm Team Green von Kawasaki Deutschland holte der in Backnang wohnende Schwabe insgesamt 16 Siege auf der giftgrünen Kawasaki. Schließlich verpasste er gerade in Hockenheim 1995 seinen ersten Sieg beim Superbike-Weltmeisterschaftslauf nur knapp gegen den mehrfachen Weltmeister Carl Fogarty und musste sich mit Rang 2 und 3 in den beiden Läufen zufrieden geben.Für das Rennen der Klassik Trophy in Hockenheim hat er allerdings die Marke gewechselt. Er hat eine Honda RC 30 zusammen mit Tuning-Experte Roland Eckert aufgebaut, die er erstmals im Rennen einsetzen wird Die Honda war damals eines der erfolgreichen Maschinen mit der der Amerikaner Fred Merkel zwei Weltmeistertitel 1988 und 1989 gewann.

Mit Peter Rubatto trifft Schmid auf einen seiner härtesten Gegner vergangener Zeiten. Nicht umsonst hatte er den Beinamen Mister Superbike. Zwar verfehlte er den Meistertitel mehrmals nur knapp, ein Sieg in der Superbikeklasse führte nur über ihn.

Doch neben Schmid und Rubatto sind noch weitere Piloten am Start, die in der Superbikeklasse der 90er Jahre starteten. Harry Fath (Holzgerlingen), Ducati 996 und Peter Ammann (Wiernsheim) Honda RC 30, sowie weitere erfolgreiche Fahrer aus der vergangenen Epoche, die einstmals bei deutschen und Europameisterschaftsläufen erfolgreich waren, drehen nochmals kräftig am Gasgriff.

Sie alle freuen sich in Hockenheim einige ihrer ehemaligen Konkurrenten zu treffen, die jetzt wie Michael Galinski als Teamchef arbeiten. Schauen wir mal, was die „alten Herren“ noch für Zeiten auf den Asphalt brennen.

Text und Fotos: Manfred John