Circuit-News

Hockenheim Classics - Meisterfahrer auf dem Ring

27.09.2010 Kategorie: Hockenheim Classics

Die Hockenheim Classics am 25. und 26. September 2010 präsentierte sich nicht nur in Top-Form, sondern setzte Massstäbe – und das ohne Regen

Der von Wolfgang Ziegler initiierte „Lauf der Legenden“ bot Vielfalt pur. Formel-Legende Helmut Bross demonstrierte das authentische Formcar von 1964, jenen Formel V-Monoposto, den Rennleiter Huschke von Hanstein im Auftrag von Ferry Porsche als Bausatz in den USA kaufte und im Werk in Zuffenhausen als Versuchsträger zur Förderung des Nachwuchs-Rennsports montieren lies. DTM-Champion Roland Asch fuhr einen Porsche 924 Carrera GT Prototyp in Erinnerung an seine ruhmreiche Zeit während der Anfänge des Carrera Cups. Rennwagenbauer Kurt Ahrens aus Stuttgart-Weilimdorf startete mit seinem Brixner Spyder von 1969 mit dem legendären Spiess-Motor und brachte gleich noch ein zweites Fahrzeug früheren Baujahres aus seiner damaligen Produktion mit. Auch Zweitakt-Kreischen mischte sich unter das satte Brummen der Viertakter. Wolfgang Klix brachte einen Monoposto aus dem ehemaligen Ost-Rennstall von Heinz Melkus nach Baden-Württemberg, das ehemalige Fahrzeug von Weksfahrer Frieder Rädlein. Ein Renn-Trabbi begeisterte das Publikum mindestens so viel wie der schnelle Mercedes SLS von 1955.

Besonders stark war die Zweirad-Fraktion in Hockenheim vertreten. Stefan Knittel stellte eine Starparade berühmter Rennmotorräder aus dem Motor Sport Museum Hockenheimring auf die Räder. Mit 40 hochkarätigen Rennmaschinen und zahlreichen berühmten Fahrern legte der Szenen-Kenner die Messlatte sehr hoch.
Hochkaräter aus dem In- und Ausland – Motorräder und Gespanne – waren zum Motodrom Hockenheimring Baden-Württemberg geladen. So brachte beispielsweise auch der zweimalige Gespann-Weltmeister Rolf Steinhausen sein wieder aufgebautes erstes Renngespann mit dem König-Vierzylindermotor an den Start. Heinz Rosner, WM-Fahrer und Deutscher Meister, war einst und am vergangenen Wochenende auf MZ unterwegs. Lothar John, ebenfalls früher in der WM unterwegs und zweifacher Deutscher Meister, fährt immer noch zur Freude des Publikums die BMW RS 54.

Herbert Kaufmann, mehrfacher Meister in neuerer Zeit (Klasse Supersport), kam zum ersten Mal zu den Präsentationsläufen, ebenso Jochen Schmid, Deutscher Meister bei den 250ern und Superbikes. Er fuhr jene Honda, die als Werksmaschine unter der Bezeichnung RS 750R 1983/84 entstanden war und danach mit einem hubraumstärkeren Motor in der Deutschen Superbike-Meisterschaft an den Start gebracht wurde.

Egid Schwemmer war für die Rückkehr der Werks-Honda RCB 750 aus dem Rennstall von Roland Eckert angemeldet. Fast schon eine Sensation für das Publikum war das Fahrerduo, das 1977 beim 24 Stunden-Rennen um den Bol d`Or in Le Mans auf Platz Vier fuhr, wieder komplett antrat. Neben Egid Schwemmer drehte Helmut Dähne beherzt am Gasgriff. Und auch die Fraktion aus Italien war eindrucksvoll am Start. Piero Laverda brachte die legendäre Dreizylinder der erfolgreichen Langstrecken-Ära mit. Bestnoten im Sound aber erhielt Motorrad-Sammler Willi Marewski mit der MV Agusta 500-3.