Circuit-News

Formel 1-WM Ausgang noch offen

06.07.2010 Kategorie: Formel 1

Die Halbzeit naht und noch immer steht der WM-Ausgang im Jahr 2010 der Formel 1 Weltmeisterschaft in Frage.

Mit einem unvergleichlich starken Fahrerfeld haben laut Bernie Ecclestone auch die Regenrennen für weitere Spannung in den vergangenen neun Rennen gesorgt. So ist immer noch unklar, wer in diesem Jahr wirklich Ausdauer beweist und sich den WM-Titel holen wird. Zu Beginn der Saison hätten dies sicher nur die Wenigsten gedacht. Vielleicht gab es dort zwei, drei Fahrer, über die als überzeugende Titelkandidaten gemunkelt wurde.

So leisten sich aber nun insgesamt fünf Piloten einen brandheißen Kampf um den Titel: die Briten Lewis Hamilton und Jenson Button im McLaren Mercedes stehen sich in einem Kopf an Kopf Rennen gegenüber – die Red Bull Racing Fahrer Sebastian Vettel und Mark Webber reihen sich nur kurz dahinter ein; und auch Fernando Alonso ist in seinem Ferrari dem führenden Feld dicht auf den Fersen.

Für die weiteren Deutschen auf dem Fahrergrid, die erfolgreichsten hier Nico Rosberg, Michael Schumacher und Adrian Sutil, ist der Weg dank der neuen Regeln in 2010 ebenfalls frei für einen Sieg am Hockenheimring – denn gerade hier bieten am 25. Juli die Strecke mit ihrer Haarnadelkurve und das FIA-Regelwerk 2010 mit weniger Boxenstopps Chancen zum Überholen.

Neue Regeln in 2010
Wer mitreden will, muss die Regeln kennen

In dieser Saison ist vieles neu. Und einige der Regeln hatten auf den bisherigen Saisonverlauf einen größeren Einfluss als andere – und bereiten damit auf Spannung pur am Hockenheimring vor. Hier ein Überblick über das, was ein Formel 1-Fan wissen muss.

Boxenstopps. Tanken ist verboten. Zum ersten Mal seit 1993 wieder. Mit veränderter Strategie greifen die Teams nun wieder vermehrt auf der Rennstrecke an – und es gab schon jetzt weitaus zahlreichere Überholmanöver für die Fans als in den vergangenen Saisons.

Die Tankgröße steigt von 140 auf 230 Liter.
Das Startgewicht eines voll getankten Autos liegt bei 780 kg.
Die Radstände und Gesamtlängen der Autos wachsen wegen der größeren Tanks um 10 bis 20 Zentimeter.
Die mechanische Belastung für die Bremsen und Aufhängungen steigen wegen des höheren Gewichts um 15 bis 30 Prozent.
Wegen des höheren Startgewichts verlangt die FIA einen neuen Crashtest, bei dem das Monocoque mit vollem Tank gegen eine Wand gefahren wird.

Punktesystem. Zum ersten Mal seit 2003 hat sich die Punktevergabe geändert. WM-Zähler bekommen jetzt die besten Zehn statt nur die besten Acht. Das Schema weicht von allen bisher verwendeten Formaten ab.

Reifen. Die Breite des Vorderreifens ist von 270 auf 245 Millimeter reduziert worden. Die Breite der Hinterreifen bleibt bei 325 mm. Jeder Fahrer erhält elf Satz Reifen, sechs der harten und fünf der weichen Mischung. Dazu sieben Satz Regenreifen, verteilt auf Intermediates und Extremwetterreifen. Zu erwarten ist, dass Bridgestone’s Entscheidung in Hockenheim die Reifenmischungen supersoft und hart zum Einsatz zu bringen, zum Teil zu beachtlichen Unterschieden in der Rennleistung führen wird.

Mindestgewicht. Das Mindestgewicht änderte sich zum ersten Mal seit 1995 wieder von 605 auf 620 kg. Das schließt den Fahrer mit ein.

Motor. Jeder Fahrer darf an den 19 Grand Prix-Wochenenden insgesamt acht Motoren einsetzen. Wer mit acht Motoren über die Runden kommen will, muss mit einer Mindestlaufzeit von 1900 Kilometer pro Aggregat rechnen. Wird das Kontingent überschritten, muss er bei jedem ersten Einsatz eines neuen Triebwerks um zehn Startplätze zurück. Kundenmotoren dürfen für maximal neun Millionen Euro pro Team verkauft werden.

Qualifikationen. Bei 24 Autos am Start gilt das K.O.-System:

Die erste Trainingssitzung (Q1) dauert 20 Minuten. Die langsamsten sieben
Fahrer scheiden aus. Sie bilden gemäß ihrer Zeit die Startplätze 18 bis 24.
Die zweite Trainingssitzung (Q2) dauert 15 Minuten. Die langsamsten sieben
Fahrer scheiden aus. Sie bilden gemäß ihrer Zeit die Startplätze 11 bis 17.
Das Top Ten-Finale (Q3) dauert zehn Minuten.

SafetyCar. Wenn das SafetyCar zum Einsatz kommt, müssen sich alle Fahrer bis zum ersten Überqueren der SafetyCar-2-Linie am Boxeneingang nach einer Countdownzeit richten, die sich aus ihrer jeweiligen Streckenposition berechnet. Die Fahrer bekommen diese Zeit auf ihr Display im Cockpit gespielt. Sie entspricht etwa 120 Prozent des normalen Renntempos. Wer zu schnell fährt, wird bestraft. Biegt das SafetyCar am Ende der Neutralisation wieder in die Boxengasse ein, darf bereits ab der SafetyCar-2 Linie am Boxeneingang wieder überholt werden. Bis letztes Jahr musste man noch bis zum Zielstrich warten. Diese Regel gilt nicht, wenn das SafetyCar in der letzten Runde des Rennens in die Boxengasse fährt.