Circuit-News

Die Rennserien im Überblick

04.04.2012 Kategorie: Bosch Hockenheim Historic

Während der „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ vom 13. bis 15. April 2012 werden die Monoposti der Rennklassen „FIA HFO Championship“, „European Formula 2“, „Boss GP“ und „FIA Lurani Trophy“ um die Positionen kämpfen. Ein Präsentationslauf der „Race History on Track“ rundet das einmalige Spektrum an Formel-Fahrzeugen ab.

Bei der „FIA HFO Championship“ handelt es sich um die wohl schnellste Rennserie der Welt mit historischen Fahrzeugen. Die Formel 1-Boliden vergangener Jahrzehnte repräsentieren im Renntempo die als „Goldene Zeit“ überlieferte Ära der Königsklasse des Motorsports, als noch das fahrerische Können und packende Überholmanöver die Zuschauer fesselten. Das Fahrerfeld umfasst eine zwanzigjährige Zeitspanne des Formel 1-Rennsports mit Dreiliter-Boliden von 1966 bis 1985. Das Spektrum reicht vom Tyrell 001 von Jackie Stewart bis zum Brabham BT49 von Patrese.

Die „European Formula 2“ ist die internationale Serie für Formula 2 und Formula Atlantic-Boliden der Baujahre zwischen dem 1. Januar 1967 und 31. Dezember 1978 ohne Ground-Effect-Auslegung. Insgesamt wird in vier Klassen gewertet. In jedem Jahr werden maximal zehn Rennen bei fünf Veranstaltungen ausgeschrieben. Der Hockenheimring hat für die insgesamt rund 50 eingeschriebenen Fahrer eine große Bedeutung, da die gesamte Veranstaltung zu Ehren des zweifachen Formel 1-Weltmeisters Jim Clark stattfindet, der am 7. April 1968 im ersten Lauf um den Martini Gold Cup (Formel 2-Europameisterschaft) in der fünften Runde tödlich verunglückte.

Die „FIA Lurani Trophy“ geht bis ins Jahr 1958 zurück. Damals brachte Count Johnny Lurani in Monza eine Nachwuchsklasse für italienische Grand Prix-Fahrer an den Start. Die Rechnung ging auf – und zwar international. Spitzenfahrer wie Jim Clark, John Surtees, Mike Spence und Peter Arundell verdienten sich die ersten Sporen in den kleinen Monoposti. Die Popularität der Formel Junior-Klasse unter dem Namen „FIA Lurani Trophy“ ist bis heute ungebrochen. Dies ist hauptsächlich auf das unermüdliche Engagement von Serienkoordinator Duncan Rabagliati zurückzuführen. Er brachte diese Serie zu den klassischen Top-Veranstaltungen des internationalen Renngeschehens. Auch die „Bosch Hockenheimring Historic – Das Jim Clark Revival“ gehört für die internationalen Teilnehmer zu den Saisonhighlights.

Mit der „Boss GP“ absolviert eine der schnellsten und spektakulärsten Rennserien in Europa während der Bosch Hockenheim Historic ihren Serienauftakt. Boss ist die Abkürzung für Big Open Single Seater, also für Formelfahrzeuge mit großem Hubraum und viel PS, gebaut in den 80er, 90er und 2000er Jahren. Genaugenommen muss das Chassis der Fahrzeuge vor dem 31. Dezember 2003 gebaut worden sein. Die Zuschauer erwartet ein faszinierendes Sammelsurium von brummenden Sechs- und Achtzylinder-Boliden der Renault World Series ohne Hubraumbegrenzung, die sich mit den kreischenden und hoch drehenden Zehn- und Zwölfzylinder-Monoposti der Formel 1 sowie den fauchenden Fahrzeugen der Turbo-Ära messen.

Formel Wagen aus fast sechs Jahrzehnten sind bei der Vereinigung „Race History on Track“ (RHoT) zu erleben. Besucher dürfen sich hier auf große Marken wie Brabham, Ferrari, Lotus und March freuen. Nach dem Rückzug von Toyota aus der Formel 1 sind in diesem würdigen Umfeld auch mehrere dieser japanischen Boliden wieder hautnah zu erleben. RHoT ist ein internationaler und aufgrund seiner vielfältigen Fahrzeugsortierung sehr repräsentativer Zusammenschluss von Enthusiasten historischer Formel Fahrzeuge. Das Spektrum der rund 20 geschichtsträchtigen Formel 1- und rund 15 Formel 2-Boliden beginnt mit dem F1 Ferrari 500 aus dem Jahr 1952, der damals von Alberto Ascari gefahren wurde.

Für die „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ formieren sich drei europäische Serien der schnellsten Sportprototypen zu einem spektakulären Starterfeld, das um den Pokal des Titelsponsors BOSCH fährt.

Der „SuperSportsCup“ war für zweisitzige Sportwagen und Sportprototypen der Baujahre 1968 bis 1971 (Periode „G“) und 1972 bis 1976 (Periode „H“) ausgeschrieben. Die flachen, offenen Sportwagen stellen einen absoluten Höhepunkt im historischen Motorsport dar. Die Markenweltmeisterschaft für Sportwagen war vergleichbar populär wie die Weltmeisterschaft für Formel 1-Fahrzeuge. In Europa wurde die Trophy für Sportwagen bis 2 Liter ausgetragen, bei der Lola, Chevron, Alpine und March den Meistertitel unter sich ausmachten. Nach diesem Vorbild ist der SuperSportsCup bis heute ausgeschrieben. Der Start erfolgt aus Sicherheitsgründen „fliegend“.

Bei der „Martini Trophy Series“ handelt es sich um die englische Rennserie für Zweisitzer mit Zweiliter-Motoren, die vor dem 31. Dezember 1978 gebaut wurden. Sowohl offene als auch geschlossene Autos sind teilnahmeberechtigt und werden in drei Klassen eingeteilt. In Hockenheim sind nach den Supersports Regeln auch Autos mit Motoren, die größer als zwei Liter sind, teilnahmeberechtig. Für den Rest der Saison werden allerdings wie bei den ursprünglichen europäischen Sportwagen-Championships der 70er Jahre, bei denen Fahrer wie Joachim Bonnier, Brian Redman, Arturo Merzario, Jean-Pierre Jabouille, Derek Bell und Dieter Quester antraten, nur Zweiliterautos teilnahmeberechtigt sein.

Den stärksten Rennwagen der Welt steuert der „Canadian-American Challenge Cup“ mit den bis über 1.000 PS starken Boliden der Periode zwischen 1966 und 1974 bei. Diese Prototypen der damaligen Markenweltmeisterschaft waren teilweise schneller als die zu dieser Zeit aktuellen Formel 1-Boliden. Der unter Federführung von Peter Schleifer wiederauflebende Cup geht in seine zweite Saison und ist ausgeschrieben für die zweisitzigen Boliden der Baujahre zwischen 1966 und 1974. Das Prädikat „Publikumslieblinge“ wird den Teilnehmern sicher sein.

Renn-Tourenwagen in allen Hubraumklassen – allen voran die Hubraumzwerge - runden dieses erstklassige Motorsport-Wochenende auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ab.

Die drei Serien „Abarth-Coppa-Mille“, „British-Car-Trophy“ und „NSU-TT-Trophy“ tragen seit Jahren ihren Saisonauftakt auf dem Hockenheimring aus – unter dem Motto: „Kampf der Zwerge“. Mini Cooper, NSU TT, DKW Junior, Steyr-Puch 650TR, Abarth OT, SS oder TC, Autobianchi A-112 oder Fiat 127, die Kleinwagen der 60er und 70er Jahre verfügen fast alle über eine veritable Rennsport-Historie. Kein Wunder, dass der „Kampf der Zwerge“ bei den Veranstaltungen des historischen Motorsports ein gern gesehener Gast ist. Zur Bosch Hockenheim Historic werden rund 50 Fahrzeuge erwartet.

Die niederländische Serie „NKHTGT“ ist für Fahrzeuge zwischen 1947 und 1965 ausgeschrieben. Der niederländische historische Wettbewerb für Tourenwagen und GT-Wagen - „Nederlands Kampioenschap voor Historische Toerwagens en GT‘s“ (kurz: NK HTGT) - erfreut sich seit seinem Gründungsjahr 1997 stetig wachsender Beliebtheit. Der Wettbewerb beinhaltet Wagen, die zwischen 1947 und 1965 gebaut wurden. Alle teilnehmenden Autos sind nach den Vorgaben des FIA Code Sportif International, Anhang K, gerüstet. Obwohl es ein niederländischer Wettbewerb ist, haben Fahrer aus ganz Europa einen Gastauftritt beim NK HTGT.

Die „Spezial Tourenwagen Trophy H&R Cup“, bei dem auch neuzeitliche Boliden am Start stehen werden, ist seit 1986 fester Bestandteil in der deutschen Motorsport-Szene. Durch die Unterstützung des Hauptsponsors H&R erhielt die Serie seit 2006 den Namenszusatz H&R Cup. Weitere namhafte Sponsoren und Förderpartner machen es möglich, am Ende der Saison hohe Sachpreise an die eingeschriebenen Fahrer zu verlosen. Verschiedene Klassen für Tourenwagen und GT-Fahrzeuge bieten eine große Vielfalt an Rennfahrzeugen. Die stärksten Fahrzeuge wie Porsche Turbo oder Chrysler Viper treten in der großen STT-Klasse über sechs Liter Hubraum an. Die Sieger werden nach einem ausgeklügelten Punktesystem ermittelt, so dass am Ende auch ein Fahrer aus den kleinen Klassen ganz oben auf dem Podest stehen kann. Neben echten Amateuren starten immer wieder ehemalige Profis, die den Zuschauer mit spannendem und faszinierendem Rennsport begeistern.

Mehr Informationen zu den „Bosch Hockenheim Historic“ 2012 erhalten Sie unter www.hockenheim-historic.de.