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BMW-Doppelsieg mit Farfus und Werner beim Saisonauftakt

05.05.2013 Kategorie: DTM
DTM Hockenheimring

Erst sang Tim Bendzko den offiziellen DTM-Song „Ich steh nicht mehr still“, dann ging es rund auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg: Das erste DTM-Rennen der Saison sorgte für packenden Motorsport mit vielen Überholmanövern, Positionswechseln und Überraschungen. Das 22-köpfige Fahrerfeld begeisterte die Zuschauer auf den Tribünen. Strahlender Sieger nach 42 Runden und 192,108 Kilometern wurde der Brasilianer Auguto Farfus im BMW M3 DTM. Der 29-Jährige zeigte ein kluges Rennen, setzte die technischen Neuerungen Options-Reifen und DRS geschickt ein und sah vor seinem Markenkollegen Dirk Werner sowie Christian Vietoris (Mercedes-Benz) als Erster die Zielflagge.

„Das hat super Spaß gemacht heute. Die Options-Reifen und das DRS haben für viel Action gesorgt. Ich hatte einen guten Start und war sehr schnell. Was für ein Start in die Saison“, sagte Farfus, der in der DTM zum zweiten Mal ganz oben auf dem Siegertreppchen stand. Bester Pilot in einem Audi RS 5 DTM war der sechstplatzierte Timo Scheider, der von der Pole-Position gestartet war. Insgesamt 87.000 Fans verfolgten das erste Rennwochenende.

Eine unglaubliche Aufholjagd zeigte Dirk Werner. Von Startplatz 20 kämpfte sich der 31-jährige Hannoveraner bis auf die zweite Position vor. „Das war ein unfassbares Rennen. Darauf hatte ich nicht mal zu hoffen gewagt. Ich habe so viele Autos überholt. Ich glaube, nicht nur der Schnellste, sondern der Cleverste und Schnellste gewinnt jetzt Rennen“, sagte Werner.

Auch Christian Vietoris, der den Saisonauftakt mit seinem DTM Mercedes AMG C-Coupé auf Platz drei beendete, strahlte nach dem Rennen und sagte: „Was für ein geiles Rennen. Ich hatte mehr Spaß als je zuvor. Auch wenn man mehr zu tun hat mit der Reifenentscheidung und dem DRS, das war einfach klasse.“ Für Werner und Vietoris waren es die ersten Podiumsplätze in der DTM.

Der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider (Audi) verpasste nach dem Start von der Pole den taktisch richtigen Moment zum Boxenstopp während einer Safety-Car-Phase im ersten Drittel des Rennens und verlor dadurch wertvolle Plätze. Am Ende kämpfte er sich aber noch auf Platz sechs hinter dem Briten Gary Paffett (Mercedes-Benz) und dem aktuellen DTM-Champion Bruno Spengler (BMW) aus Kanada nach vorne. „Das war heute ein kompletter Griff ins Klo. Wir haben in der Safety-Car-Phase zu spät reagiert. So ein Fehler darf eigentlich nicht passieren, wenn man um den Titel mitfahren möchte. Ich weiß aber auch, dass diese Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde getroffen werden muss“, erklärte Scheider.

Bester Neueinsteiger wurde Marco Wittmann (BMW) als Neunter. Pascal Wehrlein und Daniel Juncadella (beide Mercedes-Benz), die ebenfalls ihr erstes DTM-Rennen fuhren, kamen auf den Plätzen elf und zwölf ins Ziel. Der vierte DTM-Debütant Timo Glock fuhr ein gutes Rennen, musste aber seinen BMW in Runde 18 vorzeitig abstellen, da er nach einem verpatzten Boxenstopp das rechte Hinterrad verlor. Ausgeschieden sind ebenfalls Mattias Ekström, Edoardo Mortara, Adrien Tambay (alle Audi) sowie Robert Wickens (Mercedes-Benz).

Das zweite Rennen der Saison findet am 19. Mai in Brands Hatch (GB) statt.

BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt: „Wahnsinn - von ganz hinten und ganz vorn auf Eins und Zwei zu fahren, ist klasse. Mich hat das Rennen sehr begeistert. Es gab so viele Überholmanöver und Positionswechsel, dass es wahrscheinlich auch in den nächsten neun Rennen keinen Favoriten gibt. Es ist definitiv mehr Salz in der Suppe.“

Mercedes-Benz-Motorsportchef Toto Wolff: „Es war ein schwieriges Rennen. Es gibt viel zu lernen, besonders was die Reifenstrategien betrifft. Unsere Jungen haben sich bewährt. Ein dritter und ein vierter Platz ist ein solides Ergebnis. Es hat sehr viele Überholmanöver gegeben. Für die Fans ist es sicher spannend, da zuzusehen.“

Audi Leiter DTM Dieter Gass: „Wir sind natürlich enttäuscht. Nach den Startplätzen eins und fünf hatten wir uns erhofft. Auf der anderen Seite hat uns aber die Tatsache eingeholt, dass wir nur zwei Autos in den Top-10 hatten, mit denen wir dann Probleme bekamen. Es war nicht die richtige Entscheidung, Timo während der Safety-Car-Phase nicht gleich reinzuholen. Insgesamt gab es heute auf der Strecke jede Menge Action.“